Festival international du film francophone de Tübingen-Stuttgart 2009

Genre : Festival | Tubingen - Stuttgart

From thursday 29 october to wednesday 04 november 2009

Principal country concerned : Column : Cinema/tv

Wettbewerb / Preise

Französischer Wettbewerb

Verleihförderpreis: „WELCOME"von Philippe Lioret
20.000 Euro
Für den deutschen Verleih eines französischen Films
Gestiftet von der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und Unifrance.

Die Jury, bestehend aus Claudine Sulyok, Magret Köhler und Michael Spiegel vergibt den mit 20.000 Euro dotierten Preis zur Unterstützung des Arsenal Filmverleihs beim deutschen Kinostart von „Welcome"am 4. Februar.

Begründung: „Welcome verknüpft das politisch brisante Thema Migranten mit existenziellen Werten wie Freundschaft und Liebe in all ihren Facetten. Das zutiefst bewegende, vielschichtige Drama besticht durch genaue Figurenzeichnung, viel Sinn für Realismus und großer Emotionalität. In einer universellen Geschichte ohne Schwarz-Weiß-Malerei. beschreibt Philippe Lioret Individuen in Ausnahmesituationen, die gegen vermeintliche Schicksalshaftigkeit kämpfen. Ein herausragendes Plädoyer für Menschlichkeit."



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Internationaler Wettbewerb

Filmtage-Tübingen Preis: „INLAND"von Tariq Teguia
5.000 Euro, gestiftet vom Tübinger Kino-Mäzen Volker Lamm
ausgewählt von einer internationalen Jury

Eine eindeutige Entscheidung für die Juroren Jahman Oladejo Anikulapo, Jens Börner und Nicolas Feodoroff.

Begründung: „Mit einer bemerkenswerten formalen Stringenz und einer großen Präzision der Kadragen und der Montage stellt sich der Film gesellschaftlichen und politischen Fragen, ohne dabei jemals illustrativ zu sein. Er lässt uns eintauchen in immer wieder aufs Neue überraschende Eindrücke aus einer für uns fremden Welt, in die politische Realität eines weiten Landes, des heutigen Algerien mit all seinen Spannungen, Widersprüchen und Utopien."

Eine lobende Erwähnung der internationalen Jury findet das Spielfilmdebut „DEMAIN"(Québec 2008) von Maxime Giroux.
Begründung: „Der Film überzeugte die Jury vor allem durch seinen bemerkenswerten Sinn für Raum und Rhythmus sowie durch die subtile Arbeit am Ton, die Aufmerksamkeit für Geräusche, Atmosphären und Musik. Hervorzuheben sind auch die sehr guten Schauspielerleistungen in diesem an Zwischentönen reichen Frauenporträt. Wir freuen uns auf die nächsten Filme dieses vielversprechenden Regietalents."


Kritiker-Preis: „INLAND"von Tariq Teguia
1.000 Euro, gestiftet von Peter Erasmus (Arthaus Filmtheater Stuttgart GmbH)
Der Verband der Deutschen Filmkritik vergibt den Kritiker-Preis an den besten Nachwuchsfilm.

Auch die Mitglieder der Kritikerjury Frank Arnold, Gregor Ries und Harald Witz haben sich für „Inland"entschieden.

Begründung: „Im Zentrum des zweiten Spielfilms von Regisseur Tariq Tegua steht ein junger Landvermesser. Dessen Bestandsaufnahme einer Region weitet der Film zu einer Vermessung der algerischen Gesellschaft. Als sein Protagonist auf eine junge Schwarzafrikanerin trifft, die als Flüchtling unterwegs ist, gibt er seine beobachtende Haltung auf und vollzieht mit einer selbstlosen Tat den Schritt zum verantwortungsvollen Handeln. Zwischen folgenlosen philosophisch-politischen Debatten und dem bewussten Handeln, zwischen urbaner Modernität und archaischer Landschaft, zwischen Obrigkeitstreue und Eigeninitiative vollzieht sich diese Entwicklung. Die elliptische Erzählstruktur ebenso wie die nüchterne Betrachtungsweise fordert den Zuschauer heraus, die dramaturgischen Brüche und Auslassungen mit seinen eigenen Erfahrungswelten in Beziehung zu setzen. Dem Regisseur gelingt es damit, aus der Fremdheit des Maghreb eine universelle Moralität herauszuschälen."



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DFJW-TV5MONDE Preis: „GERBOISE BLEUE"von Djamel Ouahab
2.000 Euro, vergeben durch eine Jury des Deutsch-Französischen Jugendwerks und TV5MONDE für den Verleih in Deutschland.

Begründung: „Mit großer Eindringlichkeit gefilmt, vereint „Gerboise bleue"das Einzigartige mit dem Universellen. Ausgehend von einem Thema, das zunächst auf Frankreich beschränkt scheint (die Atombombentests in Algerien in den 1960er Jahren), hinterfragt der Film durch eine politische und zugleich ethische Geste unsere „moderne"Gesellschaft.
Er zeigt uns, dass das Kino durch die Kraft der Zeugenschaft unsere Geschichtsschreibung nachträglich beeinflussen kann und gibt so den Opfern ihre Anerkennung und Würde zurück.
Wir - als jüngere Generation - halten es für sehr wichtig einen Film zu unterstützen, der sowohl die Sinne wach hält als auch an die Bedeutung unser aller Verantwortung erinnert."


Tübinger Publikumspreis: „GERBOISE BLEUE"von Djamel Ouahab
2.500 Euro, gestiftet vom Tübinger Kino-Mäzen Volker Lamm

Stuttgarter Publikumspreis: „GERBOISE BLEUE"von Djamel Ouahab
2.500 Euro, gestiftet von der Landeshauptstadt Stuttgart
Preise für den besten Nachwuchsfilm.



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Kurzfilmwettbewerb

Tübinger Kurzfilmpreis: „C'EST GRATUIT POUR LES FILLES"von Marie Amachoukeli und Claire Burger
Im neuen Kurzfilmwettbewerb entscheidet die internationale Jury über den Tübinger Kurzfilmpreis, den besten Kurzfilm aus der Frankophonie.

Begründung: „Ein Film zwischen großen Plänen und tiefer Verletzung, dabei jedoch voller jugendlicher Energie. Mit stimmigen Dialogen und einem durchweg bemerkenswerten Ensemble junger Darsteller gelang den Regisseurinnen ein temporeich inszeniertes, schnörkellos erzähltes und spannendes Sozialdrama, das sich nie über seine jungen Protagonisten erhebt und auch nie mitleidig oder sentimental wird."


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Spezial

Preis der Schülerjury: „WELCOME"von Philippe Lioret
Filminteressierte Tübinger Schüler empfehlen den besten Film für jugendliche Zuschauer unter fünf nominierten Filmen aus dem gesamten Programm.

Begründung: „Durch die Geschichte eines Flüchtlings wird ein heikles politisch aktuelles Thema präsentiert. Der Film zeigt, wie sowohl durch Liebe, als auch durch einen starken Willen geographische, kulturelle und soziale Grenzen überwunden werden können.
Trotz des Scheiterns der Hauptperson manifestiert sich eine Botschaft der Hoffnung und ein Aufruf zum Handeln gegen die Ungerechtigkeit in unserer heutigen Gesellschaft."



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