Silences of the Palace (The)

  • Silences du Palais (Les)
Genre : Historical
Type : Fiction
Original title : Saimt el Qusur [Original title] | Shamt al kushur | I silenzi del palazzo [Italian title] | Das Schweigen des Palastes [German title]
Principal country concerned : Column : Cinema/tv, History/society
Year of production : 1994
Format : Feature
Running time : 127 (in minutes)
http://www.trigon-film.org/en/movies/Silences_du_palais

The news that Prince Sid'Ali has died suddenly confronts 25-year-old Ali with her past again. During the funeral she visits the palace where she spent her childhood and adolescence and where her mother was a servant. She never knew her father - he may even have been the prince. As she wanders the deserted corridors, the images of her youth return, such as her forbidden friendship with Sarra, daughter of one of the princes, who taught Alia to love the lute. She also re-experiences the painful and silent quest for the identity of her father and remembers her mother, the brave and beautiful Khedija, who protected Alia against the furtive desires of the prince. THE SILENCES OF THE PALACE delicately reveals the lonely life of the women who were locked up for life in an Arab palace, half slaves, half mistresses.

Original Title: Shamt al kushur - Les silences du palais
German Title: Das Schweigen des Palastes
French Title: Les silences du Palais
Italian Title: I silenzi del palazzo


Director: Moufida Tlatli
Country: Tunisia

Actors
Amel Hedhili __ Khedija
Hend Sabri __ Alia als Kind
Ghalia La-croix__ Alia 25 Jahre alt
Najia Ouerghi__ Khalti Hadda
Sami Bouajila__ Lotfi
Hichem Rostom__Si Bechir

Screenplay: Moufida Tlatli
Film Editing: Moufida Tlatli
Soundtrack: Anouar Brahem
Cinematography: Youssef Ben Youssef
Sound: Faouzi Thabet
Décors: Claude Bennys
Production: Cinétéléfilm und Magfilm, Tunesien; Mat Films, Frankreich
Runtime: 128 Min.
Language: arabic

Awards
Tanit d'Or & Best Actress, Festival de Carthage
Golden Tulip, Istanbul Filmfestival
Special Mention Caméra d'Or Cannes Film Festival
Best First Film Chicago International Film
Critics' Award Fipresci, Toronto

trigon-film dvd-edition 68
Film in OV arabic, subtitles: english · german · french, 127 min., chapters, 1:2.35 Scope - 16/9 PAL, DD, color, no zone code
[ VHS ou DVD disponible à la médiathèque des 3 mondes ]
29,99 Euros
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DEUTSCH / GERMAN
Französisch spricht sie, die herrschende Klasse in Tunesien. "Rück zur Seite, du bist auf dem Bild", sagt der Fotograf zu Alia, der Bedienstetentochter im Spielfilm "Les silences du palais" von Moufida Tlatli. Das Mädchen hat auf dem Familienbild des Prinzenclans nichts verloren, obwohl sein Vater vermutlich auch der Prinz ist. Aber darüber wird nicht gesprochen. Das Schweigen des Palastes ist die Metapher für das Schweigen einer ganzen Welt. Die tunesische Filmemacherin Moufida Tlatli, die 1968 die Pariser IDHEC besucht hatte und in den Jahren danach als Cutterin für Filmer wie Michel Khleifi, Férid Boughedir und Nacer Khemir arbeitete, begibt sich in ihrem Regiedebüt auf eine faszinierende Reise in die jüngere Vergangenheit, auf eine Reise in die dunkleren Tiefen der arabischen Gesellschaft, die hier als feudale gezeichnet ist. Neben dem Schweigen prägt "Chaifa", die Angst, Tlatlis Film. Die erwachsene und als Sängerin äusserst erfolgreiche Alia reist in der Gegenwart zurück in jenen Palast, aus dem sie zehn Jahre zuvor geflohen war. Ihre Mutter hatte dort gearbeitet, den Vater kannte sie nie. Alia war am gleichen Tag wie die richtige Prinzentochter zur Welt gekommen, allerdings unten, bei den Bediensteten, und das ergibt auch die Perspektive für diesen Film, in dem es um gesellschaftliche Hierarchien genauso geht wie um Hierarchien zwischen Männern und Frauen.

Im Heute steigt die junge Frau hinab in die leeren Räume, die sich mit Erinnerungen füllen, mit Leben. Moufida Tlatli blickt zurück auf eine Frauengesellschaft, die sich im Kern noch nicht verändert hat, gestaltet ein "Règle du jeu" auf tunesisch. Die Kamera schwenkt über schweigende Frauengesichter, stumm hinab zu Teigknetenden. Der geschlossene und ein Stückweit auch geschützte Palastraum wird nur durch das Radio durchbrochen, wo historische Ereignisse eindringen, das angebliche Ende einer Feudalherrschaft sich ankündigt. Was kommt danach? Wird das Schweigen durchbrochen? Wird die Angst überwunden werden? "Les silences du palais" macht klar, dass nur wenig sich verändert hat. Zwar hat Alia Jahre einen festen Lebensgefährten, doch will der genauso, wenn auch auf neue Art, über ihren Körper mitbestimmen.

"Unser Leben ist eine Ausgangssperre", sagt eine der Frauen in der Küche einmal. Moufida Tlatli durchbricht mit ihrem Film die Sperre, leise, ohne viel Aufhebens. Sie hat den Film ihrer Mutter gewidmet, was den Kreis der eigenen Erfahrungen mit dem Kreis der Filmhandlung schliesst. Alltäglich ist dieser Blick einer Tunesierin auf die gesellschaftlichen Verhältnisse fürwahr nicht. Die junge Frau und das Männerorchester, die motivische Montage in einem freien Zeitenfluss, die schwachen Männer, die das Sagen nur durch Wahren der Hierarchie innehalten, das Bild der Berührung durch das vergitterte Fenster: Das sind Momente, die nachhallen aus einem Film, der seine Kraft just aus der Schweigsamkeit bezieht und damit das Schweigen bereits unübersehbar durchbricht.

Walter Ruggle (Trigon Films, Suisse)

Originaltitel: Shamt al kushur - Les silences du palais
Deutscher Titel: Das Schweigen des Palastes
Französischer Titel: Les silences du Palais
Italienischer Titel: I silenzi del palazzo
RegisseurIn: Moufida Tlatli
Land: Tunesien

SchauspielerInnen
Amel Hedhili__ Khedija
Hend Sabri __ Alia als Kind
Ghalia La-croix__ Alia 25 Jahre alt
Najia Ouerghi__ Khalti Hadda
Sami Bouajila__ Lotfi
Hichem Rostom__ Si Bechir

Drehbuch: Moufida Tlatli [& Nouri Bouzid]
Montage: Moufida Tlatli
Musik: Anouar Brahem
Kamera: Youssef Ben Youssef
Ton: Faouzi Thabet
Ausstattung: Claude Bennys
Produktion: Cinétéléfilm und Magfilm, Tunesien; Mat Films, Frankreich
Länge: 128 Min.
Sprache: arabisch

Auszeichnungen
Tanit d'Or & Best Actress, Festival de Carthage
Golden Tulip, Istanbul Filmfestival
Special Mention Caméra d'Or Cannes Film Festival
Best First Film Chicago International Film
Critics' Award Fipresci, Toronto

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